Passwörter sind seit Jahrzehnten der Standard für die Anmeldung und zugleich eine der größten Schwachstellen. Sie werden wiederverwendet, erraten, bei Datenlecks gestohlen oder auf gefälschten Anmeldeseiten abgegriffen. Passkeys lösen genau diese Probleme: Statt eines Geheimnisses, das Sie sich merken und eintippen, nutzt Ihr Gerät ein kryptografisches Schlüsselpaar. Hinter Passkeys stehen offene Standards der FIDO Alliance und des W3C (WebAuthn). Apple, Google und Microsoft unterstützen sie in ihren Betriebssystemen und Browsern.
So funktioniert ein Passkey
- Einrichten: Wenn Sie einen Passkey anlegen, erzeugt Ihr Gerät ein Schlüsselpaar. Den öffentlichen Schlüssel erhält der Dienst, der private Schlüssel bleibt geschützt auf Ihrem Gerät oder in Ihrem Passwortmanager.
- Anmelden: Der Dienst schickt eine zufällige Aufgabe. Ihr Gerät löst sie mit dem privaten Schlüssel, nachdem Sie es mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN entsperrt haben.
- Prüfen: Der Dienst kontrolliert die Antwort mit dem öffentlichen Schlüssel. Passt sie, sind Sie angemeldet.
Ihr Fingerabdruck oder Ihr Gesicht verlassen dabei nie das Gerät. Sie entsperren nur den Schlüssel lokal, der Dienst erhält keine biometrischen Daten.
Warum Passkeys sicherer sind
- Schutz vor Phishing: Ein Passkey ist fest an die echte Adresse des Dienstes gebunden. Auf einer gefälschten Seite funktioniert er schlicht nicht, selbst wenn sie täuschend echt aussieht.
- Nichts zu stehlen: Auf dem Server liegt nur der öffentliche Schlüssel. Wird er bei einem Datenleck erbeutet, kann niemand damit etwas anfangen.
- Keine Wiederverwendung: Für jeden Dienst entsteht ein eigener Passkey. Ein Leck bei einem Anbieter gefährdet keine anderen Konten.
- Zwei Faktoren in einem Schritt: Sie brauchen Ihr Gerät und Ihren Fingerabdruck oder Ihre PIN. Das entspricht dem Prinzip der Zwei-Faktor-Authentifizierung, ohne Code abzutippen.
Synchronisiert oder an ein Gerät gebunden
Es gibt zwei Arten von Passkeys:
- Synchronisierte Passkeys werden verschlüsselt über Ihr Konto abgeglichen, etwa über den iCloud-Schlüsselbund, den Google Passwortmanager oder einen Passwortmanager wie 1Password oder Bitwarden. Sie stehen damit auf all Ihren Geräten bereit und gehen bei einem neuen Smartphone nicht verloren.
- Gerätegebundene Passkeys liegen zum Beispiel auf einem Sicherheitsschlüssel wie einem YubiKey und lassen sich nicht kopieren. Das bietet das höchste Schutzniveau, etwa für Administratoren.
Anmelden an einem fremden Computer
Sie möchten sich an einem Rechner anmelden, auf dem Ihr Passkey nicht gespeichert ist? Dann zeigt der Browser einen QR-Code an. Sie scannen ihn mit Ihrem Smartphone, bestätigen dort die Anmeldung, und der Rechner ist angemeldet. Damit niemand aus der Ferne mitliest, prüfen die Geräte dabei per Bluetooth, dass sie sich in unmittelbarer Nähe befinden. Der Passkey selbst bleibt auf Ihrem Smartphone.
Was passiert, wenn das Smartphone verloren geht?
- Synchronisierte Passkeys sind nach der Anmeldung in Ihrem Apple-, Google- oder Passwortmanager-Konto auf dem neuen Gerät wieder da.
- Richten Sie mindestens zwei Passkeys ein, zum Beispiel auf Smartphone und Laptop oder zusätzlich auf einem Sicherheitsschlüssel.
- Behalten Sie einen zweiten Weg: Ein starkes Passwort mit Zwei-Faktor-Authentifizierung und sicher verwahrten Wiederherstellungscodes bringt Sie im Notfall ebenfalls ins Konto.
- Entfernen Sie verlorene Geräte aus der Liste Ihrer Passkeys, sobald Sie wieder angemeldet sind.
Passkeys im SpeedIT Kundenbereich
In unserem Kundenbereich können Sie sich bereits mit Passkeys anmelden. So richten Sie einen ein:
- Öffnen Sie im Kundenbereich über Ihren Namen den Bereich Sicherheit.
- Klicken Sie im Abschnitt „Passkeys" auf Passkey hinzufügen.
- Bestätigen Sie die Abfrage Ihres Geräts, etwa mit Ihrem Fingerabdruck.
- Geben Sie dem Passkey einen Namen, zum Beispiel „Laptop Büro", damit Sie ihn später wiedererkennen.
Ab dann genügt auf der Anmeldeseite ein Klick auf Mit Passkey anmelden. Die ausführliche Anleitung finden Sie in unserer Wissensdatenbank unter Passkeys einrichten und verwalten.
Unsere Empfehlung
Nutzen Sie Passkeys überall, wo sie angeboten werden, und beginnen Sie mit den wichtigsten Konten: E-Mail, Hosting, Domains und Bank. Halten Sie für jedes Konto einen zweiten Anmeldeweg bereit und benennen Sie Ihre Passkeys nach dem Gerät, damit Sie den Überblick behalten.
Fazit
Passkeys machen die Anmeldung zugleich einfacher und sicherer. Sie müssen sich nichts merken, nichts abtippen und sind gegen die häufigste Angriffsform, das Phishing, wirksam geschützt. Wer zwei Passkeys einrichtet und einen zweiten Anmeldeweg behält, muss auch einen Geräteverlust nicht fürchten. Mehr zur Absicherung Ihres Kontos lesen Sie in unserem Artikel Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten.